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Stephen Sunderdiek
Stephen Sunderdiek
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das Jahr 2009 war ein Wechselbad der Gefühle. Schreckensmeldungen über Auftragseinbrüche, Kurzarbeit, Liquiditätsprobleme und Personalabbau wechselten sich ab. Dann hieß es wieder, die Talsohle in der deutschen Wirtschaft sei durchschritten. Andererseits rechnen viele Experten für 2010 und 2011 mit Personalabbau und steigender Arbeitslosigkeit. Betriebsräte sehen sich mit Verhandlungen zu Kurzarbeit, Interessenausgleich, Sozialplan und anderen betrieblichen Problemen konfrontiert – und sollen dieses Jahr auch noch die Betriebsratswahlen durchführen.

Dabei ist es wie in der Politik: Kurz vor und nach den Wahlen ist oft die Handlungsfähigkeit eingeschränkt. Das Machtvakuum im Übergang birgt die Gefahr, dass Arbeitgeber diese „Schwächephase“ ausnutzen. Dass der Begriff „Betriebsratsverseucht“ Unwort des Jahres 2009 wurde, macht deutlich, dass es Betriebe gibt, in denen Betriebsräte als lästiges Übel gelten. Hier wird leider ganz vergessen, dass sie einen erheblichen Teil

dazu beitrugen, dass sich der Personalabbau im wirtschaftlichen Seuchenjahr 2009 noch in Grenzen hielt. Hätten Betriebsräte 2009 nicht massenhaft der Einführung von Kurzarbeit und damit erheblichen Gehaltseinbußen für die Belegschaft zugestimmt, wie sähen dann jetzt die Arbeitslosenzahlen aus? Ohne Betriebsrat hätte Kurzarbeit individuell mit jedem Mitarbeiter per Änderungsvereinbarung geregelt werden müssen. Allein das zeigt die Verantwortung und Bedeutung, die Betriebsratsarbeit heute zukommt.

Auch wenn Betriebsräte in den meisten Unternehmen als wichtiger Bestandteil der Unternehmenskultur auch von den Arbeitgebern geschätzt werden, nimmt auf der anderen Seite die Tendenz zu, sich ihrer zu entledigen, wenn sie unbequem werden. In den letzten zwei bis drei Jahren erlebte das SWPTeam Fälle, in denen Arbeitgeber Betriebsratsmitgliedern aus unterschiedlichsten Gründen fristlos kündigten.

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