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SWP-Interview:Trend – Consulting nicht nur für die Chefetage „In Deutschland wird zu schnell über Personalabbau geredet“Das SWP Magazin im Interview mit Alexander Lottis, dem Geschäftsführer von BR Consultants. Lottis berät ausschließlich Betriebsräte, schwerpunktmäßig bei Sanierungen und Restrukturierungen von Unternehmen in der Krise. Beratung und Consulting: Das riecht nach millionenschweren Aufträgen, nach Genossen der Bosse, nach Agenturleuten, die gnadenlos den Rotstift ansetzen – kurz, nach schweren Geschützen, die immer dann aufgefahren werden, wenn Betriebsänderungen, Restrukturierungen und andere schwere Eingriffe in Unternehmen anstehen. Dass auch andersherum ein Schuh draus wird, beweist BR Consultants (BRC). Die Beratungsagentur, die von vier Standorten aus in ganz Deutschland tätig ist, berät ausschließlich Betriebs- und Personalräte mit ihrem Know-how als externe Wirtschaftssachverständige. Der Beraterpool umfasst 30 Beraterinnen und Berater, die alle jahrelange, branchenübergreifende Erfahrung in der betriebswirtschaftlichen und strategischen Beratung, besonders in Krisenfällen, mitbringen. Eine feste Kooperation mit SWP ist angedacht. Grund genug für das SWP-Magazin, sich einmal eingehender mit BRC-Geschäftsführer Alexander Lottis zu unterhalten. Peter Joerdell, SWP-Magazin: Unternehmensberatungen sind dafür bekannt, Arbeitgeber zu beraten. Warum hat BRC den Schwerpunkt auf Betriebsräte gelegt?
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Alexander Lottis: Ich habe viele Jahre in der Sanierung und Restrukturierung
deutscher Unternehmen gearbeitet. In der Zusammenarbeit mit Unternehmensberatungsgesellschaften
hatte ich zunehmend den Eindruck, dass es eben nicht
darum geht, das Beste für das Unternehmen und seine Mitarbeiter herauszuholen,
sondern so schnell wie möglich die horrenden Beraterhonorare über einen
massiven Abbau des Personals und damit der Personalkosten zu rechtfertigen.
Es gibt da einen Spruch, der den Beratern von McKinsey zugeschrieben wird:
„10 Prozent Personalabbau geht immer“. Mögliche Einspareffekte auf der Sachkostenseite
hingegen sind, weil sie schwieriger zu identifizieren und langsamer
zu reduzieren sind, nicht oder bestenfalls am Rande im Betrachtungsfokus von
deren Arbeit. Ich finde eine solche Herangehensweise und Haltung unredlich.
Deshalb berate ich jetzt die Arbeitnehmerseite und versuche, in deren Auftrag
den von den Beratern der Arbeitgeberseite vorgesehenen Arbeitsabbau zu verhindern
oder deutlich zu reduzieren.
Joerdell: Welche Qualifikation und Einstellung ist erforderlich, um Betriebsräte Man muss also ein Gespür dafür haben, was geht und was nicht, schauen, was sinnvoll ist, sowohl bezogen auf den Betriebsrat als auch bezogen auf die Arbeitgeberseite. Mitunter kann auch das Ergebnis unserer Arbeit sein, dass
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