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SWP zur Lage der Nation:

Standort Deutschland – drohende Rezession und Kurzarbeit

Spiegel-Online schlug schon am 14. November Alarm: „Die Finanzkrise schlägt bereits jetzt auf den Arbeitsmarkt durch.“ Die Job-Agenturen hätten in den vergangenen Wochen einen massiven Anstieg der Kurzarbeit registriert. Allein in den ersten Oktobertagen hätten Autofirmen Kurzarbeit für mehr als 25.000 Beschäftigte angemeldet, vermeldete das Spiegel- Newsdesk.

Bereits seit Anfang September registrieren die Arbeitsagenturen mehr Anfragen von Firmen zu dieser Finanzhilfe der Bundesagentur. Etliche Unternehmen haben jüngst mitgeteilt, dass sie Kurzarbeit beantragt haben. Darunter große Namen: Bosch beantragte die Schließung des Werks in Reutlingen-Rommelsbach für mehrere Wochen (400 Mitarbeiter in hundertprozentiger Kurzarbeit, vorher wurden 3500 Mitarbeiter im Bamberger Werk in Kurzarbeit geschickt). Die Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer und MAN Roland legten die Belegschaft teilweise still, auch Daimler- Vorstandschef Dieter Zetsche ließ schon verlauten, Kurzarbeit sei möglich, wenn sich die Krise in der Autoindustrie weiterhin zuspitze. Mercedes- Produktionsvorstand Rainer Schmückle schloss in einem Interview mit dem Manager-Magazin vom 20. Oktober gar bei einer längeren Krise einen Abbau von Arbeitsplätzen bei Daimler nicht aus. Von Leiharbeitern habe sich das Unternehmen mittlerweile weitgehend getrennt.

Das Manager-Magazin beschäftigte sich unter der Überschrift „Erst Kurzarbeit, dann Kündigungen“ eingehend mit der Situation in der Automobil- Industrie, die nach wie vor am Schlimmsten betroffen ist. Bei Ford wurde bereits entschieden, die Bänder im Kölner Werk ab Anfang November für fünf Wochen stillstehen zu lassen. Die Ford-Unternehmensführung und der Betriebsrat verständigten sich auf diesen Zeitraum. 820 der insgesamt 17.300 Mitarbeiter sind laut Angaben des Manager-Magazins betroffen.

Laut einem Ford-Sprecher steht die Zukunft des Kölner Motorenwerkes in den Sternen. Eventuell werde der Konzern dem neuen Werk im rumänischen Craiova den Vorzug vor dem deutschen Standort geben. Eine Entscheidung wird bis zum Jahresende erwartet, bis 2011 seien allerdings betriebsbedingte Kündigungen bei Ford ausgeschlossen. Auch Opel und BMW hatten bereits Anfang Oktober angekündigt, die Produktion zurückzufahren.

Schon warnen einzelne kritische Stimmen vor einer Überbelastung der Arbeitslosenversicherung. Nach Ansicht von Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) entstünden hier jedoch keine zusätzlichen Kosten. Die Kurzarbeit sei sogar billiger, als wenn die Betroffenen arbeitslos würden – schließlich zahlten die Unternehmen weiter Sozialbeiträge. Ein Punkt, der dem SWP-Team zu denken gibt: „Das stimmt nur, wenn die Kurzarbeiter später auch wieder ordentlich beschäftigt werden – und nicht nur zeitverschoben in die Arbeitslosigkeit entlassen werden“, betont SWP-Anwalt Stephen Sunderdiek.

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