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Buch-Tipp

Marusa Krese
Alle meine Weihnachten

Dieses Buch zeigt eine Welt, in der die Frage nach Weihnachtsgeld vermutlich im Advent, wenn er denn stattfindet, die kleinste Sorge ist. Der Leser wird Zeuge von Zwischenstationen eines unsteten Lebens: auf einer Autobahntankstelle zwischen Berlin und Ljubljana im Nirgendwo, im Winter in der amerikanischen Provinz, auf einem Flug über den Pazifik oder im vom Bürgerkrieg geschüttelten Sarajevo, in dem Artilleriefeuer an Silvester erinnert. Verheiratet, geschieden, allein erziehende Mutter und Kind, das sie einmal war: Marusa Krese spricht offen von sich.

Bei Rezensionen etwa in der ZEIT oder anderen Feuilleton-Größen machte das ungewöhnliche Weihnachtstagebuch einigen Eindruck, erzählt doch die slowenische Dichterin mit an Melancholie grenzender Nüchternheit, was ihr in ihrem Leben an Weihnachten widerfuhr, wie sie es gefeiert oder eben nicht gefeiert hat. Etwa als Kind, weil ihre Eltern, stramme kommunistische Partisanen, es ihr verbaten, Weihnachten zu feiern. Auch die eigenen

schwierigen Versuche Kreses, ihren Kindern das große Fest am Jahresende nahezubringen sind lebensnah beschrieben. Ebenso wie das einsame Verlangen, wenigstens an Weihnachten irgendwo dazu zu gehören. Das Buch beschäftige sich intensiv mit „Weihnachtstraurigkeit und – zerknischung“, so die ZEIT. Aber gerade darin liegt auch der Kern eines gewissen inneren Widerstands gegen das Dogma vom Fest der Liebe – eine Eigenschaft, die Kreses Buch mit gewissen Unterströmungen des modernen Zeitgeists teilt.

Marusa Krese
Alle meine Weihnachten


Drava Verlag, Klagenfurt / Celovec 2006
ISBN-10 3854354797
ISBN-13 9783854354796
Gebunden, 127 Seiten, 16,90 EUR

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