SWP magazin

Interview

Betriebsräte in der Insolvenz:
„Durch den Sturm“

Im Juni 2008 hat die Maxdata AG beim Amtsgericht Essen Insolvenzantrag gestellt. Ein harter Schlag für die Belegschaft. Von der Insolvenz wurden auch die Tochtergesellschaften der Maxdata AG, die Manulogs GmbH und die SLPS GmbH erfasst. Am 01.09.2008 wurde das Insolvenzverfahren der Maxdata AG und ihrer Tochtergesellschaften beim Amtsgericht Essen eröffnet, SWP vertritt weiterhin den Betriebsrat. Das SWP-Magazin sprach mit Markus Kastner, Betriebsratsvorsitzender der SLPS GmbH.

SWP-Magazin: Was dachten Sie als Erstes, als Sie von der Insolvenz Ihres Arbeitgebers erfuhren?

Markus Kastner: Zunächst war ich schlicht erschrocken. Als man dann die Vorgänge Revue passieren ließ, wurde klar: Man hätte es wissen können. Wir hatten als Betriebsrat ja Einsicht in alle Unterlagen, hätten die Verluste sehen können. An die Insolvenz hat man aber nicht denken mögen.

SWP: Wie half Ihnen Ihre Erfahrung als Betriebsrat, mit der Situation umzugehen?

Kastner: Schon viel. Als Betriebsrat bekommt man Erfahrung mit Stress- Situationen, das hilft einem persönlich. Und bei den betrieblichen Abläufen behält man eher den Überblick. Bei extremen Schwierigkeiten wie einer Insolvenz geht man schneller rational, emotionsloser an die Dinge ran.

SWP: Was sind aus Ihrer Sicht die Besonderheiten einer Betriebsänderung in der Insolvenz gegenüber einer Betriebsänderung außerhalb der Insolvenz?

Kastner: In der Insolvenz ist eine Betriebsänderung gravierender. Und die Verhandlungssituation und der Spielraum sehen anders aus. Der Arbeitgeber ist fort, dafür sitzt da der Insolvenzverwalter oder der Investor. Wir hatten zumeist mit einem Insolvenzverwalter zu tun.

SWP: Wie würden Sie das Verhältnis zum Insolvenzverwalter als neuem Arbeitgeber und Ansprechpartner beschreiben?

Kastner: Der war bemüht, offen und ehrlich zu arbeiten. Klar ging es da auch um ihn selbst. Aber letztlich ist das egal, Hauptsache für den Betrieb kommt etwas Positives raus. Insolvenzverwalter wissen, dass ihre Presse besser ist, wenn sie viele Arbeitsplätze retten.

SWP: Was kann der Betriebsrat unter den erschwerten Bedingungen einer Insolvenz bewegen und beeinflussen, wo sehen Sie die Grenzen?

 

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