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Arbeitsbedingungen International

Goodbye, Lumberjack

Wenn Kurt Heinrich sich morgens auf den Weg ins Büro macht, hat er eine Traumaussicht, wenn er von der 31. Straße aus auf die Hauptstraße in Richtung Downtown abbiegt, sei es mit dem Mountainbike oder dass er dort in den Bus steigt: Vor ihm liegt English Bay, eine kleine Tasche des pazifischen Ozeans, und an ihren Gestaden gelegen: Vancouver, die Perle des kanadischen Westens, zwei Autostunden von Seattle in den USA entfernt.

Wie für die meisten jüngeren Kanadier (Heinrich ist Mitte 20) ist für ihn die Welt der „Lumberjacks“, also der klassischen kanadischen Holzfäller und Pioniertage, längst Geschichte. Er arbeitet als Kommunikationsberater bei Convergence Communication and Strategies, einer Kommunikations-Agentur in Vancouver.

„Es gibt immer noch Holzfäller, aber nicht viele”, erzählt Kurt Heinrich im Interview mit dem SWP-Magazin im Wired Monk an der 5th Avenue, einer hippen Mischung aus Starbuck’s und W-LAN Internetcafé. „Der Weichholz- Handelsvertrag mit den USA, in dem wir über den Tisch gezogen wurden, und, noch schlimmer, die Borkenkäfer-Epidemie, die zum Teil auch durch die Klimaveränderung verstärkt wurde, haben dem Forstwirtschaftssektor stark zugesetzt.“ Zwar gebe es besonders im Norden Kanadas immer noch viele Minen, „aber Kanadas Wirtschaftszentren und Städte werden zunehmend vom High Tech-Sektor vereinnahmt.“ Und Vancouver werde sich immer stärker seiner Rolle als Tor zu den boomenden asiatischen Wirtschaftsregionen bewusst..

Spaltenende

Um es in Kanada zu etwas zu bringen, sollte man am Besten einen guten Uni-Abschluss in der Tasche haben und sich in den modernen Kommunikationstechnologien zu Hause fühlen. „Man kann es auch ohne diese Dinge schaffen, aber dann muss man seine Ansprüche schon herunterschrauben.“ Gerade ein Uni-Abschluss sei in Kanada sehr wichtig: “In gewisser Hinsicht ist der das, was noch vor einer Generation der High School-Abschluss war.“ Auch müsse man eine gute Arbeitseinstellung haben: „Man muss schon reinhauen, um sich auf dem Arbeitsmarkt zu behaupten.”

Kurt Heinrich hat sich nie auf seinen Lorbeeren ausgeruht: Er hat ein Diplom in „Rundfunk-Journalismus” (Broadcast Journalism) des British Columbia Institute of Technology und einen Master in Geschichte, den er an der University of Victoria erwarb. Schon in seiner Studentenzeit arbeitete er für diverse Kommunikationsagenturen im PR-Bereich, machte auch journalistische Erfahrungen.

Kanada gilt vielen als das „bessere Amerika“. Soziale Unterschiede sind nicht so stark ausgeprägt wie beim Nachbarn USA im Süden, die Gesellschaft ist dennoch sehr individuell und freiheitsliebend bei einem vergleichbaren Wohlstandsniveau. Allerdings hat Kanada nicht die sozialstaatlichen Verhältnisse zu bieten, die Deutsche gewohnt sind. Die kanadische Wirtschaft ist viel wettbewerbsorientierter, die Löhne sind niedriger als in Deutschland. Kündigungsschutz und betriebliche Zusatzleistungen sind.

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