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SWP: Arbeitsbedingungen international

„Arbeitsplatz Weltraum –
Wissenschaftler statt Helden“

Vorbei die Zeiten, in denen Juri Gagarin und Neil Armstrong als Nationalhelden und Galionsfiguren ihrer Systeme gefeiert wurden – die Astronauten von heute sind in der Regel Wissenschaftler, die der drögen Laborexistenz auf der Erde entflohen sind, um unter erschwerten Bedingungen in extrem eingeengter Umgebung einmaliges zu leisten – Experimente durchzuführen und Erkenntnisse zu erringen, wie es nur im Weltraum geht.

Zumindest in Europa ist es fast die Regel, dass Astronauten Wissenschaftler sind. In harten Auswahlrunden werden Gesundheit, Flugtauglichkeit, räumliches Vorstellungsvermögen, Geschick und Konzentration getestet. Die Bewerber dürfen nicht älter als 37 sein und haben bevorzugt ein naturwissenschaftliches Studium hinter sich, oder sind Techniker, Mediziner oder eben erfahrene Piloten.

Die Zugänge seien vielfältig, betonte einmal der deutsche Astronaut Reinhold Ewald in einem 3Sat-Interview. „Ob man Luft- und Raumfahrttechnik studiert, ob man über die Physik kommt, man kann auch über die Raumfahrtmedizin kommen.“ Ewald ist schon lange in der Weltraumforschung und war einmal bereits drei Wochen auf der russischen Raumstation Mir.
Besteht ein Kandidat alle Aufnahmetests, muss er sich in der Auslese des

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Trainings bewähren. Der erste Teil läuft am europäischen Astronautenzentrum in Köln ab. Ernst Messerschmid war selbst Astronaut und coacht nun den Nachwuchs. Ist jemand als Astronaut erkoren, wird er bei der ESA eingestellt und durchläuft eine Grundausbildung: „Die dauert etwa ein Jahr.“

Dann wird er bei Einzelprojekten eingesetzt, kann im Europäischen Astronautenzentrum das Training fortgeschrittener Kollegen begleiten. Astronauten von Morgen müssen lernen, mit der Schwerelosigkeit zurecht zu kommen. Ein spezielles Fitnesstraining bereitet sie auf die körperlichen Anforderungen vor. Basics der Weltraumforschung, Raumfahrtgeschichte, Technik, Organisation und Fremdsprachen stehen aber ebenfalls auf dem Stundenplan.

Wesentlich ist das Training in schweren Raumanzügen unter Wasser. Das ist kein Zuckerschlecken, aber lebenswichtig, weil nur so annähernd die Außeneinsätze simuliert werden können. Raumfahrerei ist zwar heute sicherer als in den Tagen der Pioniere – trotzdem können Fehler fatale Folgen haben. Ein Astronaut muss seinen Job perfekt machen.

Hinzu kommt, dass sie in erster Linie Wissenschafter sind und Forschungsarbeiten unter schwierigen Bedingungen und hohem Zeitdruck durchführen müssen. Die finale Phase des Trainings bereitet das Team auf konkrete Missionen vor. Reinhold Ewald: „Es ist etwas für Menschen, die Herausforderungen annehmen wollen. Die sich also nicht mit dem, was sie jetzt erreicht haben, bescheiden wollen, sondern die sagen, ich möchte auch täglich was Neues erleben.“

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