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Japanische Arbeitnehmer stehen in dem Ruf, besonders loyal zu sein. Gewerkschaften (Rodo Kumiai) gibt es durch die Bank nur in größeren Unternehmen, und sie vertreten nur Mitarbeiter des eigenen Betriebs. Doch auch in Japan bröckelt längst der Mythos der lebenslangen Beschäftigung, so dass es wundert, dass es keine breiter aktiven Gewerkschaften gibt. Das reguläre Arbeitsleben endet mit dem 60. Lebensjahr, gezahlt wird eine Abfindung von einem Monatsgehalt pro Dienstjahr. Oft wird aber weitergearbeitet – bezeichnenderweise nennen die Japaner das „zweites Leben“ (dani no jinsei). Entweder ist man in seinem zweiten Leben als Vertragsmitarbeiter (Shokutaku) bei der bisherigen Firma oder bei 20 bis 30 Prozent geringerem Lohn bei einer Tochtergesellschaft beschäftigt. Auch daran ist abzulesen: Japaner gelten nicht nur als arbeitswütig, sie sind es auch. Und tatsächlich gibt es jährlich so viele Todesfälle durch Erschöpfung oder Neudeutsch Burnout, dass traurigerweise ein eigenes japanisches Wort dafür existiert: Karoshi, Tod durch Überarbeitung. Aber es gibt auch faule Japaner. Was die Arbeitsdichte betrifft, liegen Welten zwischen Fließband und Büro sowie zwischen Klein- und Großbetrieben. Die Fabrikmoloche der Riesenkonzerne sind straff durchrationalisiert, was die Produktion betrifft, aber in den Büros wird, wie im gesamten Dienstleistungssektor, mit erstaunlich großem
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Personalaufwand gearbeitet. Sobald man in der Betrachtung vom Produktionssektor abrückt, trifft man in Japan erstaunlich oft auf Ineffizienz – auch wenn viele das im Land der aufgehenden Sonne für unmöglich halten. Tatsache ist allerdings, dass die Bewohner Nippons mit etwa 1900 Stunden Arbeit im Jahr viel länger arbeiten als Deutsche oder Franzosen (1600 Stunden). Hauptgrund dafür ist der kurze Urlaub der Japaner. In Japan stehen einem Arbeitnehmer 18 Tage Urlaub im Jahr zu – von denen er meist nur 9 nimmt. Zudem macht man im Land von Sushi, Godzilla und Karaoke doppelt so
viele Überstunden wie in Deutschland. Kein Wunder, dass die japanische
Regierung sich in den letzten Jahren immer wieder mit Maßnahmen zur Verkürzung
der Arbeitszeit beschäftigte. Übrigens: In Japan nennt man Mobbing „Ijime“. Es ist bereits an Schulen weit verbreitet, wo der in Japan allgegenwärtige
Druck, sich in die Gesellschaft einzufügen, besonders groß ist.
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