SWP magazin

Bildung als nachhaltige Chance für die Zukunft

Das Bildungszentrum in
San Marcos, Guatemala

Warum SWP sich für Arbeitsbedingungen in Guatemala engagiert.

Die große Mehrheit der Menschen in Guatemala leidet unter der extrem ungerechten Landverteilung. Nur zwei Prozent der Bevölkerung sind Eigentümer von 72 Prozent der Agrarfläche. Gleichzeitig lebt allerdings die Mehrheit der Guatemalteken von der Produktion landwirtschaftlicher Produkte.

Guatemala ist das ärmste Land des amerikanischen Kontinents. Mehr als 25 Prozent der Bevölkerung hat weniger als einen US-$ pro Tag zur Verfügung. Mittel für Ärztliche Versorgung, Medikamente oder Ausbildung stehen oft nicht zur Verfügung. Die Analphabetenquote beträgt circa 35 Prozent der Bevölkerung, in manchen Regionen mehr als 70 Prozent.

Darüber hinaus hat die ländliche Bevölkerung, die in der Mehrheit zur Bevölkerungsgruppe der Maya zu rechnen ist, häufig keinen Zugang zu Elektrizität, Trinkwasser und einfachen sanitären Einrichtungen.

 

Der Anteil der untergewichtigen Kinder unter fünf Jahren liegt bei traurigen 46 Prozent. Ein mehr als 36 Jahre währender Bürgerkrieg, der 200.000 Tote kostete und ungefähr eine Million Flüchtlinge hervorrief, hat die Gesellschaft verunsichert und zutiefst erschüttert. Der 1996 vereinbarte Frieden ist brüchig. Politik und Wirtschaft vernachlässigen ihre vordringliche Aufgabe, die Situation im Land nachhaltig zu verbessern.

Der Verein ICAGUA engagiert sich deshalb seit mehr als 10 Jahren für die Menschen in Guatemala, schwerpunktmäßig in der Region von San Marcos und am Lago Atitlán. Es werden zum einen Schulstipendien vergeben, um Kindern und Jugendlichen den Schulbesuch zu ermöglichen, zum anderen bringt ICAGUA sich bei größeren Einzelprojekten ein.

Ein solches Einzelprojekt ist jetzt der Aufbau eines neuen Bildungszentrums in San Marcos, der in Zusammenarbeit mit der guatemaltekischen Arbeitnehmerbewegung MTC erfolgt. Hier werden sich junge Frauen und Männer beruflich qualifizieren können, um dauerhaft ein Leben in Würde möglich zu machen. Angeboten werden handwerkliche Berufsausbildungen wie etwa zum Maurer oder Schreiner, aber auch allgemeine Fähigkeiten wie die Computerhandhabung werden vermittelt.

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